Schön wars… die lange Nacht der Museen.
Zwar haben mein Kumpel Olli und ich versucht eine Strategie in die Auswahl der Museen zu legen, allerdings wurde die durch Kälte, überfüllte Busse, oder zu lange Warteschlangen immer wieder über den Haufen geworfen. Dann eben lieber doch spontan und chaotisch
Zuerst gings in das Hauptstaatsachriv. Also mein Fall wars nicht. Ich hab mich fürchterlich gelangweilt. Mein Begleiter hingegen hat sich von einem kleinen Mädchen ein Gewinnspiel aufschwatzen lassen und irrte wie verrückt durch die Ausstellung um Antworten auf die jeweiligen Fragen zu finden. Na dann hoffen wir mal, dass er das Buch über die Verbindung von Baden Württemberg und Russland gewinnt… Lieber Olli, ich drücke dir die Daumen
Hier ein paar Bilder aus der Ausstellung:
Nr1: Was auch immer das für ein Schriftstück war. Ich mochte bloß den Siegel… Ich will auch einen eigenen Siegel: Das Siegel der Welt der Anna Juliana
Nr2: Wahlkampfbildchen gab es auch. Neben der „Gib Gummi“ – Kondomaktion der Grünen auch dieses schöne Plakat der CDU…
Danach hüpften wir nach nebenan. In die Landesbibliothek Baden Württembergs.
Nr3: Eine brasilianische Band brachte uns ein wenig in Urlaubsstimmung. Es fehlte noch Sonne und Strand, dann wäre alles perfekt gewesen. Wir lernten von ihnen, dass man sich in den Liedern Regen wünscht (in Brasilien ist Regen was Gutes). Na nur gut, dass die Wolken das portugiesisch nicht verstanden haben
Nr4: Wir bekamen eine Magazinführung und wurden in einer Kleingruppe in die unterkellerten Gänge gebracht. Interessant wie viele Bücher es gibt. Ich wäre am liebsten da geblieben. Ich liebe Bücher nunmal ![]()
Es gab uralte Schätze (das Älteste ist aus dem 5. Jahrhundert) und schicke Zahlen (das wertvollste Buch hat einen zweistelligen Millionenwert). Mit sowas hätte ich bestimmt nicht gerechnet.
Am meisten beeindruckt hat mich das Haus der Geschichte. Wer in Stuttgart ist, bekommt von mir den Auftrag dort mal vorbeizuschauen. Leider musste meine Kamera zu bleiben. Trotzdem möchte ich euch ein paar Eindrücke nicht vorenthalten. Einen absoluten Pluspunkt bekommt das Museum für die vielen Einzelschicksale anstatt einem trockenen Auflisten von geschichtlichen Fakten wie im Lehrbuch. Ich habe für euch zwei dieser Geschichten mitgebracht.
Geschichte 1: Die Zerschossene Mundharmonika: In einem kleinen Schaufenster liegt eine silbrige Mundharmonika, die rechte Seite komplett verzogen und zerfranst. Daneben ein Schild „Am 20. Mai 1915 wurde Karl Haigis, Soldat im Ulmer Infanterie-Regiment 127, bei einem Angriff in den französischen Argonnen von einer Kugel getroffen. Die Mundharmonika, die er in der Tasche trug, rettete ihm das Leben“
In Mitten dieser furchtbaren Erlebnisse hat dieser Mann so viel Glück gehabt, behielt das Leben und schaffte es in ein Geschichtsmuseum.
Geschichte 2: In einem Monitor lächelt ein älterer Herr. Er erzählt seine Geschichte mit gehobenem Kopf. Er überlebte als Jude die wohl furchtbarste Zeit Deutschlands indem er nach Amerika floh. Er war noch ein Jugendlicher. Sein Vater wurde von den Nazis ermordet. Seine Mutter gab ihren letzten Groschen für das Ticket nach Amerika und rettete ihm das Leben. Er wusste, dass er ihr für 290 Dollar ein Ticket für sie kaufen könnte und somit auch sie gerettet werden könnte… Er hatte in Deutschland einige Adressen von Bekannten und Verwandten in den USA bekommen, also machte er sich auf die Suche nach einem „Spender“. Jeder wies ihn ab, so viel Geld hatte niemand übrig. wenn es sich um die letzten Dollar handeln würde, solle er wiederkommen. Nachdem er von jedem diese Sätze hörte, strickte er sich eine Strategie: Er erzählte jedem, dass ihm noch genau 10 Dollar fehlen würden, kratze so die benötigten 290 Dollar zusammen und rettete seine Mutter.Mit einem stolzen Grinsen schaut der heute gealterte Mann in die Kamera: „Ich habe hinterher jeden Dollar zurückgezahlt“
Die nächste Station sollte ein unterirdischer Bunker werden. Hier haben einige Künstler ihre Werke ausgestellt. Auch hier ein paar Bilder:
Nr5: In den Tütchen befanden sich Fliegen in Seife eingelegt… Ein bisschen gewöhnungsbedürftige Kunst
Nachdem wir durch zwei Galerien liefen um uns auch für uns unbekannte Kunstwerke zu sehen (Ich würde ja nie 2000 Euro für nen Farbklecks ausgeben, der hinterher zum Beispiel den Namen „Chaos“ trägt [der Name ist frei erfunden, der Preis nicht
] ), fanden wir uns im „Clubraum“ des Hauptbahnhofs wieder. Hier beschäftigen sich schon etwas länger einige Leute mit dem Bau einer Modelleisenbahn.
Nr6 / 7: Wir wurden begrüßt von einem älteren Herren. Auf die Aufforderung Fragen zu stellen legten wir los „Wie lange haben Sie für diesen Abschnitt gebraucht?“, „Ist Ihnen schonmal etwas kaputt gegangen?“, „Wie haben sie das hier gemacht?“, …
Nr 8 / 9: Die guten Menschen suchen noch fleißig Helfer. Egal ob Sponsoren, oder Aktive, ob Erfahren oder „frisch“ dabei… Wer Interesse am Modellbau hat… Wenn ich die Zeit hätte und länger an einem Standort wäre, würde ich es mir glatt überlegen
Nr 10: Eine etwas aussergewöhnliche Station war das Skateboardmuseum
Nr 11: Viele bunte Boards und abgenutzte Schuhe… Ich kann mich noch nicht mals grade auf so nem Ding halten. Schon spannend wie jemand damit auch noch fahren, springen und tricksen kann
Nr12: Unsere letzte Station waren die Stuttgarter Wagenhallen. Hier gabs einen Tangoclub in dem wir noch die letzte halbe Stunde (Es war schon 01.15 Uhr verbrachten. Mit dem letzten Bus gings wieder in die Innenstadt und der Heimweg wurde angetreten. Müde, aber mit schönem Gefühl
Es war ein toller Abend. Wenn ich das nächste Mal eine lange Nacht der Museen mitbekomme (egal welche Stadt) ich bin dabei














