Als ich Freitag am Flughafen in Lyon ankam, konnte ich an einer langen Schlange Menschen vorbeistolzieren um mein Gepäck abzugeben. Ein Gefühl von Prominenz, nur dank der Erfindung des Online-Check-Ins. Durch die Sicherheitskontrolle ab ins Flugzeug, alles total unproblematisch.

Beim Umsteigen in Paris konnte ich meine Chinesisch-Kenntnisse unter Beweis stellen. Es war anscheinend sehr unterhaltsam, als ich einer Gruppe Chinesen meine Sätze runterratterte („Hallo, hast du schon gegessen? Wie gehts dir? Gut, Schlecht. Ich liebe dich. Ich heiße Anna!“ alles in logisch sinniger Reihenfolge :-) ) zu allem Überfluss: Es stellte sich heraus, dass die Jungs und Mädels auch in Grenoble ein Praktikum machen! Die Welt ist klein, oder?

Leider musste ich mir noch glatte vier Stunden die Füße vertreten, da mein Flieger zu spät kam. Und denkt ja nicht, dass das ein Kinderspiel war! Ich hatte mir extra Arbeit mitgenommen, die war nach einer Stunde geschafft. Der Duty Free Bereich war sehr überschaubar („Halloooo? Es ist hier doch Paris, oder nicht??“) und man hat normalerweise die Wahl zwischen Pest und Cholera wenns ums Essen geht… die Cholera alias Bäcker machte schon um 19 Uhr zu. Also blieb mir noch ein „Bistro“, dass „natural food“ anbat: Eingetütete Nudeln (150 g für 8,20€) die dann an der Kasse in die Mikrowelle geschoben wurden… Ich nahm lieber ein Stück Käsekuchen für 5 €… no comment

Aaaaaber nach alledem konnte ich meine Eltern um 23.15 Uhr herzlichst in die Arme nehmen *schnuff*

Schon um 8 Uhr am nächsten Morgen gings für mich auf nach Aachen, zum strategisch rumzuschießen.

Das Paintball spielen an sich, war echt lustig. Nur waren bestimmt über 100 Menschen auf dem Platz und somit einfach zu viel. Interessant waren natürlich die „Pros“, die jedes Wochenende auf die Farbenjagd gehen, mit eigenem Equipment und den mächtigsten Strategien…Funny to see

Ein paar Jungs sind ab und an auch mal vor meinen „Markierer“ gelaufen, aber das hielt sich auch in Grenzen :-) Was ich von dem Tag als Erinnerung mitnehme? Drei blaue Flecken, der Schlimmste ein bisschen größer als ein 2€-Stück, schimmernd in Grün, Blau und Lila… Hat mir nicht mal jemand gesagt, dass Paintball nicht weh tut? Habt ihr das schonmal gemacht? Es würde mich brennend interessieren, ob ihr schmerzfrei aus der Geschichte rausgekommen seid?

Sonntag gabs das absolute Vollfressen, offiziell als Brunch bezeichnet. Meine Mutter hat so viel zu Essen gemacht, dass wir von 11 bis 14 Uhr nur gegessen haben, ohne Pause! Brötchen, Croissants, Aufschnitt, Rührei, Speck, gekochte Eier, Müsli, haufenweise Obst, Nüsse, Tomaten mit Mozzarella, Maultaschensuppe, Fleichkäse mit bayrischem Kartoffelsalat, Marmorpudding… Eigentlich hätte ich im Flieger gefühlte zwei Sitze gebraucht :-)

Apropos Flieger, Notiz an mich selbst und an den Rest der Welt: Wenn man mit einer Fokker100 fliegt, bucht man Sitze in den vorderen Reihen, sonst läuft man Gefahr direkt neben einer der Turbinen zu sitzen! Angenehm ist anders!

Nach meiner Landung in Lyon habe ich den stündlichen Reisebus verpasst, da mein Koffer unbedingt mit seinesgleichen ein Fließbandgefecht eingehen musste. Neben mir stand jemand, der mein leises Fluchen wahrnahm und zufällig (good luck!) auch nach Grenoble musste. Er hat noch einen anderen Unglücklichen in sein Auto eingeladen und uns zum Grenobler Bahnhof gebracht. Lief also wie geschmiert :-)

Momentan bin ich wieder komplett in der Arbeitswelt angekommen. Viel zu tun, aber ich bin sehr motiviert.
Also es läuft wieder ganz normal… Ich hoffe ihr hattet auch alle ein schönes Wochenende!

Viele liebe Grüße

Anna

Hallo Ihr Lieben,

da bin ich wieder. Viel geschlafen habe ich diese Nacht nicht, es war ja Erasmusabend :-P

Um 2.15 Uhr lag ich in der waagerechten, um 8.30 Uhr saß ich aber auch schon wieder auf meinem Bürostuhl. Aber dafür war es gestern richtig witzig! Ich wäre keine Minute früher gegangen!

Zuerst war kaum jemand da. Zumindest keiner den ich jetzt besser kannte. Aber im Laufe des Abends wurden es bestimmt an die 100 Leute, die vergebens versucht haben sich in einen kleinen Pub zu quetschen. Das hatte ich schon direkt am Anfang aufgegeben. Ich habe mich lieber zu den vernünftigeren Leuten draußen gesellt :-) Man muss sich den Pub wie eine kleine Bahnhofspinte vorstellen, die schon mit 20 Leuten komplett überfordert ist.

Der Abend stand unter dem Motto:

„Because we have to admit that student life and alcohol are strongly linked…“

Gut, ich hab hier kein Studentenleben, ich musste mich jetzt nicht strikt mit Alkohol verlinken, aber es war mal wieder nett anzusehen, wie andere das tun. Und mittendrin mein brasilianischer Arbeitskollege, ein Praktikant, der am Montag nach China verschwindet. Und er war so richtig hackestramm. Er hat irgendwann angefangen zu erzählen, dass ganz Frankreich keine Ahnung von Fussball hat. Ihr könnt euch sicherlich vorstellen, dass diese Debatte äußerst publikumsfördernd war :-) Später hat er dann noch präsentiert, wo der tänzerische Unterschied zwischen einem Brasilianer und einem Mexikaner ist, natürlich im Praxisseminar mit einem mexikanischen Lebendobjekt, den er grade in der Menge aufgetrieben hatte. Hüftschwungsvergleiche alla Latino-Lover… :-D

Eines der absoluten Highlights waren drei Bulgaren, von einem Bayer auch „die drei von der Tankstelle“ genannt. Allesamt aus Sophia, auf dem Campus schon absolut berühmt, da sie sich nie trennen. Alles wird zusammen gemacht, auch wenns nur eine kleine Luftschnapppause ist und sie erzählten mir, dass es schon seit 5 Jahren so ginge… Respekt!!! Ich fand die drei irgendwie knuffig. Ich wurde auch direkt in die Runde eingeladen, und jetzt ratet mal wozu… Ihr kommt da NIE UND NIMMER drauf!!! Einer der drei zog sein Handy und zeigte mir seine Toten Hosen Liedersammlung. Unglaublich! Ich habe dann versucht jeden Songtitel zu übersetzen und Ihnen zu sagen worum es in den Liedern geht :-) Sie sind wohl seit einem Hosen-Konzert total verrückt nach diesen Düsseldorfer Nasen. Sehr cool.

Was mich jedoch ziemlich geärgert hat, ist dass ich meine SD-Karte zu Hause vergessen habe… grrr… Naja, so muss ich eben auf die Fotos der anderen warten bis ich euch ein paar Schnappschüsse präsentieren kann.

Mein Tag heute war dafür weniger spektakulär. Ich habe viel gearbeitet und jetzt bin ich grade zu Hause angekommen. Gleich muss ich auch noch meinen Reiserucksack packen… Jaha… ich fliege Freitag nach Düsseldorf :-p

Auf meinem Interrailtrip kam ich ja an so manchem Bahnhof vorbei. Überall haben sich Menschen wieder gefunden, haben sich herzlichst umarmt, und sind aufeinander zugerannt.Es ist schon ein komisches Gefühl… Der Welt um mich herum war es ja egal, ob ich jetzt aussteige, oder im Zug sitzen bleibe…Schluchz… Und nun… Endlich ist es so weit!!! Ich werde Freitag spät abends landen, und dort wartet dann meine Familie auf mich. In mir hüpft jetzt schon alles vor Freude. Also falls ihr am Freitag abend ein schniefendes Mädchen am Flughafen seht… Ich könnte es sein :-D

Samstag gehts ab zum Paintballspielen nach Aachen. Aber nach dem Video bin ich nicht mehr ganz so motiviert:

Am Sonntag ist ein kleiner Familienbrunch eingeplant, bevor ich wieder zurückdüsen muss. Also ich dachte er wäre klein, bis meine Mutter mir gerade ihre geplanten Gerichte verraten hat. Wenn sie sich da mal nicht wieder selbst übertrifft! Zuhause wartet dann auch mein neues Objektiv, also kann ich euch direkt zeigen, was ihr alles verpasst. Seid ihr schon ein wenig neidisch?

Ich berichte natürlich weiter…

Liebe Grüße und einen guten Abend

Anna