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Gestern bin ich extra pünktlich von der Arbeit gefahren, damit ich in meiner Wohnung noch etwas schaffen kann.

Ich stand auf einer dreispurigen Straße an einer roten Ampel. Im Radio lief etwas Popmusik, die Straßen waren wie so oft im Berufsverkehr voller.
Ich beobachte die Ampel, als es passierte.

Ich stand immernoch und wartete auf grün. Dann… RUMPS… alles in meinem Auto flog umher. Ich schrie auf und realisierte langsam was passierte. Ein Autofahrer wollte hinter mich auf die Spur. Anstatt zu bremsen, rutschte er ab und fuhr ungebremst in mein Auto. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ich stand ja immernoch und wartete auf grün. und ich stand schon etwas länger…

Gott sei dank nur Blechschaden… Aber Lulla ist so demonliert, dass sie abgeschleppt werden musste. Ich rechne mit einem Totalschaden :(

Mir geht es gut. Aber traurig bin ich. Und etwas geschockt.

Nach all dem Hin und Her: Unfallaufnahme, Abschleppen, Mietwagen organisieren,… war es schon um die 10 als ich Zuhause ankam. Nichts mit schaffen. Meine Eltern haben alleine in meiner Wohnung gewerkelt. Das tut mir sehr leid. Ich wollte sie nicht alleine lassen, aber ich konnte ja nichts dafür.

Mr. AnnaJuliana hat gestern das ganze Herumtelefonieren übernommen. Er hat mir lieb beigestanden, auch wenn er nicht so um Lulla trauert wie ich… Denn für ihn ist es ein Auto, für mich wars etwas mehr :(

Ausgeräumt ist sie schon. Ich glaube, so schnell werde ich sie nicht mehr wiedersehen.

Tschüss meine Lulla. Du hast mich immer sicher von A nach B gebracht. Und noch viel mehr. Du warst mein tolles Auto…

AnnaJuliana

Hallo ihr Lieben,

Heute ist schon wieder Montag. Das ging aber schnell.
Ich bin auf dem Weg zur Arbeit deswegen melde ich mich nur ganz kurz und gebe euch einen Status:

Ich muss ein paar Leute danken, denn ohne sie wäre ich niemals so weit gekommen:
Meinen Eltern, meiner Tante, meinem Onkel und meinem Cousin, meinem Bruder, den beiden Ex-Arbeitskollegen und natürlich auch Mr. AnnaJuliana und seinem besten Freund. Denn all diese Menschen haben viel Zeit damit verbracht, das AnnaJuliana Zuhause zu einem neuen Zuhause zu machen. Es ist noch nicht ganz fertig, aber auf einem guten Weg dorthin. Die Küche ist geschätzt 50 % fertig, das Wohnzimmer 75%, das Schlafzimmer 80%, der Flur steht noch aus :-)

An die Helfer: DANKEEEEEE, ihr habt mir viel Last abgenommen.

Und an alle anderen: Ich werde euch ganz bald mit Fotos versorgen :)

Viele Grüße,

Eure AnnaJuliana

„Gib nicht auf! Du bist eine Kämpferin!“

Das hat meine Mama gestern noch zu mir gesagt. Es ist viel passiert in letzter Zeit. Ich habe mich selbst ein bisschen viel verloren.Verloren im Stress. AnnaJuliana, wo hast du dich nur gelassen.

Gestern wurde es zu viel. In meinem Kopf hat es *KRAAAAAATSCH* gemacht, und es ist alles zusammengefallen. Neu aufbauen ist die Devise, nach vorne sehen, und dass das auch funktioniert, hat mein Schutzengel mir heute gezeigt. Vielleicht weil ich eine Kämpferin bin, aber vor allem weil es viele Menschen gibt, die gerade an solchen Tagen zeigen, dass ich niemals alleine bin! Niemals!

Ihr wollt sicher wissen, was das Fass zum Überlaufen gebracht hat… Oder auch nicht, aber ich schreibe es trotzdem von meiner Seele! :)

Letzte Woche Samstag stand ich in einer schon halb ausgeräumten Wohnung, um mir eine Küche anzusehen. Mir fielen kleinere Fehler auf. Sauber war sie nicht unbedingt, aber Herd und Ofen funktionierten. Wenig Geld zu bezahlen klang auch prima. „Dreck geht weg“ dachte ich noch und unterschrieb, dass ich die Küche abholen würde. Was das für eine Katastrophe werden würde, hatte ich nicht gedacht, sonst hätte ich sicher nicht unterschrieben!

Tja man lernt aus Fehlern, denn eine gebrauchte Küche kaufe ich jetzt NIE WIEDER!

Meine Eltern und ich standen für Momente wortlos in der Küchentür und schauten auf total verdreckte Möbel, alles versifft, eigentlich nicht anfassbar. Ich wollte „ACH DU SCHEIßE!“ schreien, aber aus mir kam nichts raus. Nichts. Absolut gar nichts. In meinem Kopf machte es nur *KRAAATSCH* aber das erwähnte ich bereits…

Wir schafften die Möbel raus. Überwiegend wortlos. Geschockt. „Billige Entrümplung!“ hörte ich meine Mutter sagen. Wir beschlossen die Möbel nicht wie geplant schon in den Keller meiner neuen Wohnung zu bringen. Erstmal putzen… Dringend! Es ging in meine WG. Wir blockierten den Garten…den ganzen Tag!

Den verdammten GANZEN Tag schrubbten wir und schrubbten. Zwischendurch Ekelschreie und Unverständnis. Wie man in so einer verdreckten Küche kochen kann. Und wie kann eine Küche überhaupt so verdrecken?!? Unerklärlich.

Ich saß auf einem Haufen unbenutzbarer Möbel, einem verschimmelten Kühlschrank, einen undefinierbaren Herd, der gar nicht mal so dreckig aussah es aber um so mehr war. *KRAAATSCH*

Meine Eltern wichen mir nicht von der Seite. Ohne Mucksen fingen sie an zu putzen. Zogen mich mit, vorwärts… Wir schafften in 5 Stunden Putzaktion den größten Teil der Möbel. den Rest stellte ich noch über die Nacht in mein WG Zimmer. Wenn meine Eltern nicht wären… dann wäre ich verzweifelt.

Als ich einschlief dachte ich an den Umzug. Das bis zu dem Moment nur meine Eltern Zeit eingeplant haben. dass auch hier zu viel auf uns zukommen würde. Zu viel. Zu alleine. Ich erwähne es nochmal: *KRAAAATSCH*!

Als ich aufwachte klingelte mein Telefon. Meine Mama strahlte, das hörte ich an ihrer Stimme! Sie erzählte mir, dass meine Tante, mein Onkel und mein Cousin Samstag helfen würden, und auch mein Bruder sich frei nehmen würde. Ohne dass ich es wollte fing ich an zu weinen. Lichtblick Nummer 1. Nicht allein. Ich liebe meine Familie! Was wäre ich ohne sie…

Dieser Tag sollte so weitergehen. Das hat jemand für mich entschieden. Meine Mitbewohnerin und ihr Freund saßen am Frühstückstisch, als ich immernoch verheult aus dem Zimmer kroch und ihr von diesem furchtbaren Samstag erzählte, vom Putzen, von meiner tollen Familie, von anderen Problemen, und von den übrigen Schränken in meinem Zimmer. Sie schaute grinsend zu ihrem Freund und fragte „Lust zu Putzen?!. Danach nahm sie mich einmal ganz fest in den Arm. Gut tat das! Das brauchte ich!

Wenige Momente standen die restlichen Schränke im Garten und drei mit Putzzeug bewaffnete Menschen davor. Lichtblick Nummer 2. Nicht allein. Freunde um mich herum. Dieser Teil der Putzaktion ist nun auch bildlich dokumentiert:

Dieser Schrank wurde von meiner Mutter schon angeputzt. Ihr seht den Unterschied zwischen Weiß und Dreck ziemlich deutlich…

In den Schränken überraschten solche Bilder:

Ich habe sowas wirklich noch nie gesehen. Wie jemand hiermit leben kann, ist mir absolut unverständlich. Sowas widerliches!

Hier übrigens meine beiden heutigen Helden (danke euch soooo sehr!):

Ohne meine Eltern und meine Mitbewohnerin und ihrem Freund, wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen:

Jetzt, nach anderthalb Tagen kann ich sagen: Ich habe eine saubere benutzbare Küche! (Naja fast. Meine Eltern kaufen mir heute Abend einen neuen Herd. Ihn haben wir aufgegeben!)

Theo, der Freund meiner Mitbewohnerin, sagte zum Schluss in seinem niederländischen Dialekt. „Jetzt sind sie sauber, wie bei Menschen… wenn jemand innerlich gut ist, sieht man es auch außen!“ *schnuff*

Aber mein Tag wäre nicht Lichtblicktag, wenn nicht noch weitere Menschen meinen Rücken gestützt hätten. Im Laufe des Tages prasselten immer mehr Anrufe auf mein Telefon. Immer mehr „Ich helf dir“ Meldungen. Gott, was würde ich ohne euch alle tun!

Die Kommentare von Chikatze, Diogenes und Rumpelwald unter meinem letzten Beitrag, haben auch verdammt gut getan. Dass jemand an mich denkt und da ist. Danke euch sehr!

Heute früh habe ich erfahren, dass ein Freund aus Stuttgart, der liebe Patrick, nach Düsseldorf kommt. Er lenkt mich am Montag oder Dienstag zumindest für einen Abend ab, und holt mich aus diesem Umzugschaos. Ablenken tut gut. Ich bin froh, dass auch er da ist.

Es wird rund. Es geht vorwärts. Es fügt sich…
Lichtblicke… Nicht allein!… DANKE EUCH ALLEN!!!!!

Eure AnnaJuliana

… Weil dieser November so furchtbar an meinen Nerven zerrt,
weil wenig so läuft, wie ich das eigentlich möchte,
weil ich eigentlich nur noch die Augen schließen und vergessen möchte,
darum erinnere ich mich gerade jetzt an den Titelsong meines Blogs,
und das dazugehörige Versprechen an mich selbst:
Niemals mich selbst zu verlieren, niemals auf der Stelle stehen zu bleiben und vor allem niemals aufzugeben!

Du blöde Zeit, glaub nicht dass du mich unterkriegst!
Du hast dich mit der Falschen angelegt! :)

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Omnipresent phrase in my mind
Spoken word I’ve said one million times
Who are you to tell me it’ll always be this way
I close my eyes and I turn around
And leave it all behind

So free for the moment
Lost somewhere between the earth and the sky
So free for the moment
Lost because I wanna be lost
Don’t try to find me

Always try to breeze through my life
Repetitious things I’ve done one million times
Who are you to tell me that I’ll always be this way
I close my eyes and I turn around
And leave it all behind

What could I do
It’s not such a terrible thing
What would you do
It’s not such a terrible thing

So free for the moment
Lost somewhere between the earth and the sky
So free for the moment
Lost because I wanna be lost
So free for the moment
Lost somewhere between the earth and the sky
So free for the moment
Lost because I wanna be lost
Don’t try to find me

„Eines der traurigsten Dinge im Leben ist,
dass ein Mensch viele gute Taten tun muss,
um zu beweisen, dass er tüchtig ist,
aber nur einen Fehler zu begehen braucht,
um zu beweisen, dass er nichts taugt.“

George Bernard Shaw

 

Das ist mein Wort zum Montag.
Weils mich grade bewegt.
Ohne weitere Kommentare.

Eure AnnaJuliana

Sonntag, der 15.11. 12:40 Uhr:

  • 3 Kisten gepackt
  • zu unruhig geschlafen
  • 1 Kiste Bügelwäsche to do
  • grauer Himmel
  • kalt

= blöder Tag.. mhmpf!

Es gibt wirklich nichts schöneres zu genießen, als weiße, heiße Schokolade…
In Stuttgart gibt es bei Hochland soooooooo guten weißen Kakao, so dass ich Momente lang nichts sagen konnte… Mhmjammie!

Und jetzt sitze ich hier, vor einem Rechner, und Mr. AnnaJuliana fragt aus heiterem Himmel „Soll ich dir heiße, weiße Schokolade machen?“ Ich habe erstmal verwirrt geguckt (bestimmt Minuten :-) ) und dann ganz leise gefragt „Kannst du das etwa?“

Ihr müsst wissen, Mr. AnnaJuliana ist Koch. Der muss das quasi können. Und er hat sie original gezaubert… mit richtig echter, toller Schokolade aus Zürich… WOWWW!!!!

Ich genieße das jetzt einfach für euch alle mit. Mädels: Bringt euren Jungs bei „echten“ Kakao zu machen :)

Eure AnnaJuliana

Die Dame hier ist anscheinend immernoch aktiv…

Also an alle die Untermieter oder Nachmieter oder nur Mieter suchen:
Google ist ein guter Freund, der weiß alles und bewahrt uns vor Unheil…

WG-Zimmer und Wohnungen gehören nicht mit Checks bezahlt!
Lasst euch nicht betrügen!

Huhu,

und schon gibt es wieder Neuigkeiten in der AnnaJuliana-Welt.
Ziemlich spontan habe ich mir letzte Woche eine Wohnung im schönen Ratingen bei Düsseldorf angesehen. Ich habe mich verliebt und mich beworben. Und gestern kam die Zusage: Ich habe die Wohnung.

Genauso spontan wie die Entscheidung die Wohnung zu nehmen, ist nun auch der Umzug. Bis zum 01.12. muss ich aus meinem WG-Zimmer in Düsseldorf raus (Wer also Interesse an einer Nachmiete hat, bei mir melden :) ) und in Ratingen wieder ein. Ich brauch nur noch Möbel (wer also wen kennt… :-) )

Jetzt wird meine Lieblingsbeschäftigung Kisten packen sein… und tragen… und wieder auspacken… ich mag umziehen!

Viele Grüße von hier,
Eure AnnaJuliana

AnnaJuliana: „Stehen Sie jeden Tag hier?“

Herr Zeitungsverkäufer: „Ja, eigentlich schon. Heute bin ich seit 15Uhr hier!“ (Es ist 20 Uhr.)

 

Hier geht es nicht um jemanden, der einen festen Job und damit ein festes Gehalt hat. Auch nicht um jemanden, der bei bitterer Kälte seine Finger an einem warmen Kaffee wärmen kann… Hier geht es um einen der vielen Obdachlosen, die Straßenzeitungen verkaufen. Und das jeden Tag.

Ich erinnere mich gut an den letzten Mittwoch. Ich wollte schnell noch etwas zum Abendessen kaufen und fuhr zu einem Supermarkt, der auf meinem Heimweg lag. Ich meckerte in meinem Kopf über das fürchterlich kalte Wetter, und dass es für Frauen nunmal keine Businessschuhe gibt, in denen man keine kalten Füße bekommt: Die beste Voraussetzung für Blasenentzündungen und Ähnliches eben!

Jedenfalls fiel mir beim Parken der Zeitungsverkäufer auf. Ich les die Straßenzeitungen unheimlich gerne. Dort stehen wirklich gute Berichte drin. Mein erster Gedanke war also, dass ich später bei ihm eine Zeitung kaufen würde. Dann bemerkte ich wie alle Leute an ihm vorbei gingen. Ignorant und herunterblickend. Als wenn er jemandem was andreht, als wenn er bettelt.

Wisst ihr, ich mache immer Unterschiede. Nachdem ich mal eine bettelnde Frau nach einer Spende bei H&M wiedersah, gebe ich grundsätzlich niemandem mehr was, der nur bettelt. Aber es gibt eben auch Menschen, die sich um ein paar Euros am Tag bemühen. Die es sich verdienen wollen. Wie eben Straßenkünstler, oder eben dieser Mann, der vor einem Supermarkt Zeitungen verkauft, oder es zumindest versucht. Und das unterstütze ich sehr gerne.

Ich stieg aus dem Auto und entschied mich spontan -auch für die paar Meter- meine Jacke anzuziehen. Im Gegenzug steht der arme Mann dort in der Kälte und hält die ganze Zeit Zeitungen hoch. Ich bibber bei 10 Metern bis zum Supermarkt. „Der arme Kerl!“ sprach mein Gehirn mit mir.

Als ich an ihm vorbeiging nahm ich meinen Mut zusammen…

„Ich geh kurz rein was einkaufen. Wollen sie auch was? Ich komme dann später und kaufe von Ihnen eine Zeitung.“ – „Danke… Machen sie sich wegen mir keine Umstände.“ – „Auch keinen warmen Kaffee?“ – „Oh doch, ein Kaffee wäre toll!“

Also kaufte ich meine paar Sachen und eine Tafel Schokolade für den Mann. Jeder mag Schokolade! :) Ich brachte die Sachen zum Auto, kaufte eine Zeitung und nahm den Mann mit in ein Café nebenan.

„Hier war ich noch nie drin. Meine Freunde wurden hier rausgeschmissen, bevor sie überhaupt reinkamen…“

Er erzählte mir von Vorurteilen, von dem Leben auf der Straße und von seinem Alltag vor dem Supermarkt.

„Viel verkaufe ich nicht. Manche spenden was. Aber die meisten gehen vorbei!“

Als ich die Tür zum Kaffee öffnete starrten die Bedienungen uns an. Ich mit meinem Anzug und der Obdachlose neben mir. Ich übernahm das Sprechen, da die gute Frau hinterm Tresen anscheinend nichts mehr sagen konnte.

„Der Mann hier kriegt nen Kaffee zum Mitnehmen bitte!“

Ich musste etwas grinsen, als sie ihm alle Kaffeesorten aufzählte und er mit „Bitte nur einen einfachen Kaffee“ antwortete. Sie sortierte sich selbst und stellte uns ein paar gebrannte Mandeln hin.

„Bedienen Sie sich!“
„Oh nein, danke!“
„Das ist im Preis mit drin!“ lächelte die Bedienung dem Verkäufer zu
„Ok, na dann!“

Mittlerweile war auch das Eis der Bedienung gebrochen. Er aß seine Mandeln, bekam seinen Kaffee und die Tafel Schokolade. Als Gegenzug bekam ich seine Geschichten. Ein guter Moment für beide, denke ich.

Zum Abschied winkte er mir und meinem Auto Lulla noch hinterher. Danach wärmte er seine Finger am Kaffee. Wenn ich das nächste Mal dort einkaufe, wird er sicherlich auch da sein. Denn er steht dort jeden Tag, egal ob bei Regen, Schnee, oder Sturm. Jeden Tag!

Ich wünsche ihm, dass es einige mehr Menschen gibt, die nicht einfach so vorbei gehen. Auch wenn man keine Zeitung haben will: Ein „Danke, ich bin nicht interessiert!“ mit einem Lächeln gibt dem Mann ein schöneres Gefühl als der Blick auf den Boden, als Ignoranz, und als ein Herabblicken. Ich hab ein wenig Geld investiert für 5 Minuten warme Finger. Für ein Lächeln. Für einen Blick in eine andere, mir unbekannte Welt. Eine Welt, die ich euch hier auch bekannt mache.

Und zum Abschluss gibt es noch ein so treffendes Zitat von dem lieben Mann.

„Das hier ist die Wahrheit! Viele verstehen sie noch nicht, aber es ist so!“

Eure AnnaJuliana

Hallo ihr Lieben,

das Bachelorballwochenende liegt nun hinter mir.
Und natürlich habe ich für die Neugierigen unter euch Fotos mitgebracht :)

Wir haben im Hotel „hotelmärchen“ in Ludwigsburg hausiert.  Ich hab das im Internet gefunden. Die Beschreibung, dass jedes Zimmer eine andere Geschichte erzählt hat mich überzeugt und schwupps, hatten AnnaJuliana’s Eltern und Mr. und Mrs. AnnaJuliana ihre Märchenzimmer :)

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In unserem Zimmer standen diese tollen Sitzsäcke und wie als wenn die Hotelbesitzer meine Hobbies gekannt hätten, ein uralter Nähmaschinentisch. Es hat irgendwie gepasst…

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Man hat gemerkt wie viel Persönlichkeit der Hotelbesitzer in dem Hotel steckt.
Es muss für sie ein Traum in Erfüllung gegangen sein! Das konnte man spüren!

Nach der Ankunft musste ich mich direkt in mein Kleid stopfen :)
Meine Mama hat meine Haare vernünftig geformt, und so sah das dann irgendwie aus:

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Im Hintergrund steht der euch bis heute immernoch unbekannte Mr. AnnaJuliana. Um auf eure Kommentare zu antworten: Er trägt keine Frauenkleider, wobei ich das echt gerne einmal sehen wollen würde. Vielleicht kann ich ihn zu Karneval dazu überreden :-D

Und weil die Chikatze sooo neugierig war, habe ich hier auch extra noch ein Bild gewählt wo man ihn auch richtig sieht…

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Der Ball bestand dann aus 3 Stunden langer Zeugnisverleihung, Essen, ein paar Programmpunkten und für meine Verhältnisse viel zu wenig tanzen :) Ich hatte viel Spaß, aber das Gefühl meine ehemaligen Mitstudenten erstmal nicht wieder zu sehen, machte meinen Magen schon sehr flau. Ich werde viele von Ihnen sehr vermissen, und tue es auch jetzt schon. Mit diesem Gefühl im Bauch gings dann ins Hotel um am nächsten Tag, nach einem wirklich klasse Frühstück (ihr merkt schon, ich empfehle das Hotel :) ) wieder die Heimreise anzutreten.

Um nicht nur für den Abend 4 Stunden gen Süden gefahren zu sein, entschieden wir uns zu einem Abstecher zum Hockenheimring. Natürlich ganz zur Freude von Papa AnnaJuliana und Mr. AnnaJuliana :-)

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Da an dem Tag eine Laufveranstaltung im Ring war, konnten wir sogar auf das Gelände und zu noch größerer Freude sogar aufs Siegertreppchen für ein paar Fotos:

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So das war der Wochenendbericht meiner persönlichen Redaktion.
Jetzt bin ich wieder im rheinischen Lande und starte meine nächste Arbeitswoche. Es bleibt stressig, aber langsam gewöhn ich mich dran :)

Viele liebe Grüße an euch alle
Eure AnnaJuliana

… allerdings nur für eine Nacht. Heute abend ist mein Bachelorball in Ludwigsburg bei Stuttgart. meine Eltern sind gestern schon gefahren. Ich schnappe mir jetzt den euch noch unbekannten Mr. AnnaJuliana und lasse mich über die Autobahn brausen.

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Ich berichte,… aber das könnt ihr euch ja denken…

Bis ganz bald…
Eure AnnaJuliana

…da mein Tagesablauf erstmal eine Umgewöhnung braucht, ist der Blog fürs erste ziemlich leer geblieben. Geschrieben habe ich trotzdem. Ich habe mich an meiner ersten Kurzgeschichte probiert, …

„Treffpunkt der Betroffenen“

Da sitze ich nun, zwischen in Zeitschriften verschwundenen Mitleidenden. Obwohl?! So leidend sehen sie nicht wirklich aus. Anscheinend bin ich hier allein leidend! Ich finde keinen bequemen Halt, nervös rutsche ich immer wieder auf dem Holzstuhl hin und her. Der Rest des Raumes liest still die Neuigkeiten der Promiwelt.

Ich bin übrigens Lena und wie ihr merkt will ich nicht hier sein! Die jüngeren Jahre, die in denen man sich noch unvorsichtig austobt, treiben mich hier her. Ich muss ehrlich zugeben schon drei Mal vor diesem Gesundheitsamt gestanden zu haben,  zur HIV Sprechstunde. Immer Donnerstags ab 12 Uhr kann man hier einen kostenlosen und anonymen Test machen. Am Tag des Donners, welch eine Ironie…

Erst jetzt traute ich mich, denn heute starrte ich so lange auf die Tür bis ich hinter mir eine Stimme hörte. „Ich habe mich damals genauso gefühlt!“ Ein dunkelhaariger Mann Mitte dreißig lächelte in mein verstörtes Gesicht. „Komm, wir gehen zusammen rauf! Dann bist du nicht allein!“ Und so kam es dass ich Sekunden später Hand-in-Hand mit einem wildfremden Mann ein eher verkommenes Treppenhaus hinaufstieg. Stufe für Stufe, Schritt für Schritt, wortlos.

Die zweite Etage schien unsere zu sein. Ein knalliges orangenes Schild wies darauf hin ohne Anmeldung im Wartezimmer Platz zu nehmen. Ein Pfeil richtete sich auf einen offenen Raum… Übrigens der Raum, in dem ich mittlerweile eine gefühlte Ewigkeit meine Gedanken kreisen lasse.

„Viel Glück!“ hat mir der dunkelhaarige Mann noch mitgegeben bevor er in einem grauen Flur verschwand und  auf eine Tür mit der Aufschrift „Treffpunkt der Betroffenen“ zusteuerte.

Steril… Vollkommen Steril… Wenn man diesem Warteraum ein Motto geben kann, dann dieses. Weiß gekachelte Wände an denen Stühle reihen. Ohne Polster. Jugendherbergsdesign. Wenn der kleine Zeitschriftentisch nicht wäre, würden alle Wartenden wahrscheinlich auf den dunkelgrauen PVC-Boden starren anstatt Brangelina zu erforschen.

Ich beobachte meine Gefährten. Mein Alter. Um die 25Jahre. Normal. Was hatte ich eigentlich erwartet?!? Wenn ich heruntergekommene Typen vermutete, war ich jedenfalls auf einem völligst falschen Dampfer. Die Menschen hier sind genauso Durchschnitt wie ich auch.

„Der Nächste bitte!“ Eine Frau in Kittel und Dauerlächeln erscheint in der Tür und verschwindet im nächsten Moment mit einer jungen Frau im grauen Flur. Wann bin ich eigentlich die Nächste? Ich habe total vergessen, wer vor oder nach mir in die provisorische Praxis kam.

Mein Blick verharrt auf einem an die Wand geklebten Plakat. „Wissen Sie mit wie vielen Partnern Sie geschlafen haben?“ Darunter ein einem Stammbaum ähnelnder Aufbau verschiedenster Personen. Person A hatte 4 Partner, die wiederrum hatten 3, die wiederum… Mir wird schlecht!

Die nächsten Minuten vergehen. Als die Lächelfrau nach einigen Malen wieder kommt, starrt der Raum auf mich. Jetzt muss ich in den traurigen Flur. Wir gehen zusammen in einen hellen Raum in dessen Mitte in Sitzkreis aufgebaut ist.

„Möchten Sie sich setzen?“,
„Ist das Ihr erster Test?“,
„Haben Sie einen konkreten Verdacht?“
„Warum denken Sie sind Sie infiziert?“
„Was werden Sie das nächste Mal anders machen?“
Fragen prasseln auf mich ein. ich antworte in Trance.
„Sie bekommen nun Blut abgenommen. Kommen Sie dann bitte nächste Woche wieder und holen ihr Ergebnis!“

[nach einer Woche voller Gedanken]

Es ist wieder Donnerstag.Gleiche Uhrzeit, gleicher Ort. Diesmal gehe ich alleine die Treppen hinauf. Vorbei am Wartezimmer, direkt zur immer noch lächelnden Frau. „Ich komme um mein Ergebnis zu holen!“ Sie nickt und führt mich in ein kleines Büro. Sie kramt ein Buch hervor und setzt sich neben mich auf einen der Stühle vor den Schreibtisch. „Was für ein kennwort hatten Sie sich letzte Woche überlegt?“ – „Lenchen wars.“ Ich hatte schon letzte Woche was gegen diese Anonymität.

Ihre Finger suchen nun in dem Buch nach meinem Namen. Zeile für Zeile inklusive Seitenwechsel. Immer weiter. Bis sie abrupt ihren Finger in ein schön geschriebenes L bohrt. „Hier haben wir sie!“ Ich sehe eine Zeile voller Daten. Ihr Finger rutscht an den rechten Rand und stoppt auf einem kleinen Kreuzchen. Sie verharrt. Hat Sie gerade etwa geseufzt?!?

„Was ist denn? Können Sie mir sagen…“ – „Warten Sie bitte einen Moment!“ Ich sehe sie aufstehen und zu einem Telefon schleichen. Auf dem Weg hat sie ihr Lächeln verloren. Ihr Finger sucht nun ein paar Nummern.

„Was ist denn nun?“ schreie ich ihr entgegen, doch sie schüttelt nur den Kopf und schweigt weiter.

„Jürgen? Wir brauchen dich hier. Dringend!“ Es vergehen keine Minuten, da öffnet sich die Tür und ein dunkelhaariger Mitdreißiger nimmt mich mit. Ich kann mir nicht helfen, er kommt mir bekannt vor. Wir gehen den grauen Flur entlang. Bis zu der Tür mit der Aufschrift „Treffpunkt der Betroffenen“…

Jede Stadt ist anders, aber jede Stadt hat seine Straßenkünstler. Also die die irgendwie immer da sind!

In Stuttgart gibt es eine Frau die auf mit Wasser gefüllten Gläsern musiziert, einen Mann der einen Fussball mit Krücken hin und her spielt und nicht zu vergessen einen Saxophonist mit Papagei.

Die letzten zwei Tage war ich in Köln. Der Domplatz ist der Sammelpunkt von Kunststudenten, die als Statuen verkleidet ein paar Euros dazu verdienen. Im Sommer tummeln sich hier auch Straßenmaler und natürlich Musiker. Ich entschied mich bei meiner täglichen kleinen Spende für eine Familienband: Akkordeon, Klarinette, Saxophon und Trompete. Sie spielten alle möglichen Lieder und das so gefühlvoll, dass man am liebsten angefangen hätte loszutanzen :)

Ich bin fasziniert von Straßenkünstlern. Ich bleib gerne stehen und beobachte und lausche… kennt ihr das?

Liebe Grüße aus dem Rheinland
Eure AnnaJuliana

Ich habe vorgestern eine unheimlich gute Werbung der Caritas gesehen. Leider finde ich sie nicht auf Youtube. Dafür habe ich aber die hier gefunden:

Die finde ich auch gut! In der Werbung, die ich gesucht habe läuft ein Obdachloser durch die Straßen, wird überall angestarrt, bis ein Kind ihn anlächelt. Mitreißend! Und gut gemacht!

Also Leute, ich will damit sagen: Macht unsere Welt ein bisschen schöner und gerechter!

Eure AnnaJuliana

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