06.07.2011 Lak Xao, Hotelzimmer

Liebes Reisetagebuch,

die Anderen sind zum Essen, ich kann nicht mit. Ich lieg mit erhöhter Temperatur und Kreislaufproblemchen im Bett und werde gleich ziemlich fix einschlafen. Der Grund? Viel Schweiß, und wenig Trinken. Meine Mutter würde jetzt schnalzen und den Kopf schütteln. Das unartige Kind… Aber ich fang erst einmal von vorne an:

Heute war der erste große Reisetag der Tour, und der erste Schritt in Laos. Um 6.30 Uhr morgens ging es los, nachdem ich zum Frühstück zwei trockene Brötchen, eine Banane und Wasser ergatterte. Wir verließen Hanoi in einem kleinen Bus.

Ca. 6 Stunden Busfahrt würden es sein bis zum Mittagsessen, mit wenig Pausen. Wir fuhren durch unbeschreibliche Landschaften. Zuerst im Flachen, vorbei an Reisfeldern, durch Dörfer hindurch, in die Berge. Wunderschöne Berge!!! In der Schnelle nahm ich so viele Eindrücke auf, zum Träumen.

Im Bus war es uns allen leider zu warm. So warm, dass ich kaum schlafen konnte. Da wir durch die Berge fuhren und nur begrenzte Toiletten-Möglichkeiten hatten, traute sich kaum jemand viel zu trinken. Mich eingeschlossen. Wer schon einmal in der Region war, wird wissen, dass auch die Toilettenstops nicht die Angenehmsten sind. Die berüchtigten “Löcher-im-Boden”-Toiletten gibt es hier sehr häufig, und die Hygiene kann man mit den Hygienestandards von Autobahntoiletten vergleichen. Aber darauf kommt es ja nicht an.

Zum Mittagessen hielten wir in einem kleinen Dorf. Das Essen war nicht besonders, etwas gebratener Reis mit Kohl. Sehr einfach. Die Verständigung war schwer. Auch hier war es furchtbar warm, bzw. schwül. Aber jeder wurde satt und wir konnten gestärkt weiter fahren.

Kurz darauf fiel die Klimaanlage im Bus komplett aus. Mit allen Fenstern geöffnet, war die Situation nun sogar besser als vorher und ich war froh etwas Luft zu bekommen.

Nach weiteren zwei Stunden erreichten wir die Grenze. Wir mussten eine “Korruptionsgebühr” (Wie unser Guide sagte) von 1$ pro Person bezahlen, damit wir nach Laos durften. Auf der Laos-Seite der Grenze sah ich zum erstem Mal riesige Schmetterlinge und war fasziniert. So schön!

So hässlich geschafft sah ich übrigens aus :)

Wir bekamen einen anderen Bus, komfortabler und mit Klimaanlage :) Eine Stunde brauchte es noch bis Lak Xao und unserem Hotel. Ab hier gibt es für diesen Tag keine Fotos mehr. Ich stieg aus dem Bus und merkte sofort, dass ich mich setzen sollte. Es wurde schwarz… Die Anderen merkten das auch. Irgendjemand trug mein Gepäck ins Hotel, ich kann aber nicht mehr sagen wer. Der Hotelier brachte mein Gepäck dann in mein Zimmer, und ich hüpfte danach sofort ins Bett. Gahly (meine “Mitbewohnerin”) besorgte mir noch mehr Wasser und ging dann mit den Anderen essen.

Ich hab jetzt etwas Ruhe. Und kann mich etwas erholen. Wenn ich nach Links neben das Bett schaue, krabbelt ein kleiner Gecko durchs Zimmer. Ich bin also nicht ganz alleine. Und morgen wird es mir auch wieder gut gehen.

Eins ist klar: Ich werde die nächsten Tage mehr Flüssigkeit zu mir nehmen. Versprochen :)

Laotische Grüße in den Abend!
Deine AnnaJuliana