„Gib nicht auf! Du bist eine Kämpferin!“
Das hat meine Mama gestern noch zu mir gesagt. Es ist viel passiert in letzter Zeit. Ich habe mich selbst ein bisschen viel verloren.Verloren im Stress. AnnaJuliana, wo hast du dich nur gelassen.
Gestern wurde es zu viel. In meinem Kopf hat es *KRAAAAAATSCH* gemacht, und es ist alles zusammengefallen. Neu aufbauen ist die Devise, nach vorne sehen, und dass das auch funktioniert, hat mein Schutzengel mir heute gezeigt. Vielleicht weil ich eine Kämpferin bin, aber vor allem weil es viele Menschen gibt, die gerade an solchen Tagen zeigen, dass ich niemals alleine bin! Niemals!
Ihr wollt sicher wissen, was das Fass zum Überlaufen gebracht hat… Oder auch nicht, aber ich schreibe es trotzdem von meiner Seele!
Letzte Woche Samstag stand ich in einer schon halb ausgeräumten Wohnung, um mir eine Küche anzusehen. Mir fielen kleinere Fehler auf. Sauber war sie nicht unbedingt, aber Herd und Ofen funktionierten. Wenig Geld zu bezahlen klang auch prima. „Dreck geht weg“ dachte ich noch und unterschrieb, dass ich die Küche abholen würde. Was das für eine Katastrophe werden würde, hatte ich nicht gedacht, sonst hätte ich sicher nicht unterschrieben!
Tja man lernt aus Fehlern, denn eine gebrauchte Küche kaufe ich jetzt NIE WIEDER!
Meine Eltern und ich standen für Momente wortlos in der Küchentür und schauten auf total verdreckte Möbel, alles versifft, eigentlich nicht anfassbar. Ich wollte „ACH DU SCHEIßE!“ schreien, aber aus mir kam nichts raus. Nichts. Absolut gar nichts. In meinem Kopf machte es nur *KRAAATSCH* aber das erwähnte ich bereits…
Wir schafften die Möbel raus. Überwiegend wortlos. Geschockt. „Billige Entrümplung!“ hörte ich meine Mutter sagen. Wir beschlossen die Möbel nicht wie geplant schon in den Keller meiner neuen Wohnung zu bringen. Erstmal putzen… Dringend! Es ging in meine WG. Wir blockierten den Garten…den ganzen Tag!
Den verdammten GANZEN Tag schrubbten wir und schrubbten. Zwischendurch Ekelschreie und Unverständnis. Wie man in so einer verdreckten Küche kochen kann. Und wie kann eine Küche überhaupt so verdrecken?!? Unerklärlich.
Ich saß auf einem Haufen unbenutzbarer Möbel, einem verschimmelten Kühlschrank, einen undefinierbaren Herd, der gar nicht mal so dreckig aussah es aber um so mehr war. *KRAAATSCH*
Meine Eltern wichen mir nicht von der Seite. Ohne Mucksen fingen sie an zu putzen. Zogen mich mit, vorwärts… Wir schafften in 5 Stunden Putzaktion den größten Teil der Möbel. den Rest stellte ich noch über die Nacht in mein WG Zimmer. Wenn meine Eltern nicht wären… dann wäre ich verzweifelt.
Als ich einschlief dachte ich an den Umzug. Das bis zu dem Moment nur meine Eltern Zeit eingeplant haben. dass auch hier zu viel auf uns zukommen würde. Zu viel. Zu alleine. Ich erwähne es nochmal: *KRAAAATSCH*!
Als ich aufwachte klingelte mein Telefon. Meine Mama strahlte, das hörte ich an ihrer Stimme! Sie erzählte mir, dass meine Tante, mein Onkel und mein Cousin Samstag helfen würden, und auch mein Bruder sich frei nehmen würde. Ohne dass ich es wollte fing ich an zu weinen. Lichtblick Nummer 1. Nicht allein. Ich liebe meine Familie! Was wäre ich ohne sie…
Dieser Tag sollte so weitergehen. Das hat jemand für mich entschieden. Meine Mitbewohnerin und ihr Freund saßen am Frühstückstisch, als ich immernoch verheult aus dem Zimmer kroch und ihr von diesem furchtbaren Samstag erzählte, vom Putzen, von meiner tollen Familie, von anderen Problemen, und von den übrigen Schränken in meinem Zimmer. Sie schaute grinsend zu ihrem Freund und fragte „Lust zu Putzen?!. Danach nahm sie mich einmal ganz fest in den Arm. Gut tat das! Das brauchte ich!
Wenige Momente standen die restlichen Schränke im Garten und drei mit Putzzeug bewaffnete Menschen davor. Lichtblick Nummer 2. Nicht allein. Freunde um mich herum. Dieser Teil der Putzaktion ist nun auch bildlich dokumentiert:
Dieser Schrank wurde von meiner Mutter schon angeputzt. Ihr seht den Unterschied zwischen Weiß und Dreck ziemlich deutlich…
In den Schränken überraschten solche Bilder:
Ich habe sowas wirklich noch nie gesehen. Wie jemand hiermit leben kann, ist mir absolut unverständlich. Sowas widerliches!
Hier übrigens meine beiden heutigen Helden (danke euch soooo sehr!):
Ohne meine Eltern und meine Mitbewohnerin und ihrem Freund, wäre dieses Ergebnis nicht möglich gewesen:
Jetzt, nach anderthalb Tagen kann ich sagen: Ich habe eine saubere benutzbare Küche! (Naja fast. Meine Eltern kaufen mir heute Abend einen neuen Herd. Ihn haben wir aufgegeben!)
Theo, der Freund meiner Mitbewohnerin, sagte zum Schluss in seinem niederländischen Dialekt. „Jetzt sind sie sauber, wie bei Menschen… wenn jemand innerlich gut ist, sieht man es auch außen!“ *schnuff*
Aber mein Tag wäre nicht Lichtblicktag, wenn nicht noch weitere Menschen meinen Rücken gestützt hätten. Im Laufe des Tages prasselten immer mehr Anrufe auf mein Telefon. Immer mehr „Ich helf dir“ Meldungen. Gott, was würde ich ohne euch alle tun!
Die Kommentare von Chikatze, Diogenes und Rumpelwald unter meinem letzten Beitrag, haben auch verdammt gut getan. Dass jemand an mich denkt und da ist. Danke euch sehr!
Heute früh habe ich erfahren, dass ein Freund aus Stuttgart, der liebe Patrick, nach Düsseldorf kommt. Er lenkt mich am Montag oder Dienstag zumindest für einen Abend ab, und holt mich aus diesem Umzugschaos. Ablenken tut gut. Ich bin froh, dass auch er da ist.
Es wird rund. Es geht vorwärts. Es fügt sich…
Lichtblicke… Nicht allein!… DANKE EUCH ALLEN!!!!!
Eure AnnaJuliana



















